DIE CD-COMPILATION SERIE

Die CD-Serie "Welcome To The Robots" gibt einen Überblick über die elektronische Clubmusik der beginnenden 80er Jahre. Eine Zeit, als der DJ noch kein Star war, und Computer und Synthiesizer den Produzenten noch nicht überholt hatten, sondern ein relativ neues Hilfsmittel waren. An diesem Sound orientiert sich bis heute die elektronische Musik jeglicher Stilrichtung.


Viele Stücke waren reine Vinyl-Produktionen für die damalige Clubszene und für den Gast nur als Kassetten-Mitschnitt des DJ-Sets zu bekommen. Kopien dieser Kassetten wurden zum Objekt der Begierde der New Waver, Popper, New Romantics oder Blitz Kids, die damit auch ein bestimmtes Lebensgefühl verbanden.


Die CDs sind jeweils in Form eines nonstop Mixes zusammengestellt. Ein Großteil der Stücke ist bisher digital noch nie veröffentlicht worden. Ein Begleittext im Booklet bietet viele Hintergrundinformationen zur Musik und den zeitlichen Kontext.

Volume 1 (2CD)

„The Electro Pioneers“

(25.05.2012)

Volume 2 (3CD)

„Synthie Pop & New Romantic“

(27.09.2013)

Die erste Ausgabe der CD-Serie WELCOME TO THE ROBOTS beinhaltet auf 2 CDs eine Auswahl zum Thema ‘Electro-Pioneers’. Produktionen, in denen es nicht um Strophen und klassische Arrangements ging, sondern um Instrumental-Stücke mit Stimmen und Samples, die als Sound-Effekte eingesetzt wurden. Mystische und manchmal melodienreiche Computer-Klänge im extrem tanzbaren Rhythmus waren vorwiegend die inhaltliche Aussage.Das Motto "Willkommen bei den Robotern" ist der Zeit gewidmet, in der die Elektronik in Form von Computer und Synthesizer Einzug in die Clubmusik hielt. Da Musik in der Regel für sich sprechen sollte, ist jeder begleitende Text unter Umständen eher eine Entmystifizierung einer – in diesem Fall – erlebten musikalischen Vergangenheit, die man mit einem bestimmten Lebensgefühl verbindet. Frank Zappa sagte schon: „Über Musik zu schreiben ist genauso verrückt, wie zu Architektur zu tanzen“. Eine fachliche Analyse wie die folgende stört also vielleicht nur bei diesen Erinnerungen. Wen die Hintergründe dazu allerdings wirklich interessieren, der ist herzlich eingeladen, weiterzulesen.

 

Voraussetzung zum Kauf dieser CD war aber sicher ein Interesse an der Geschichte der elektronischen Tanzmusik der frühen 80er Jahre und die inhaltlich klare Abgrenzung zu den abertausenden 80er Jahre Hit-Kopplungen in den Elektronik-Fachmärkten dieser Welt.


Sei es, weil man diese Zeit musikalisch sehr intensiv er- oder gelebt hat, oder weil man wissen will, wo der direkte Ursprung der Musik liegt, die man heute im Club als 'Electro' oder 'House' bezeichnet, bzw. in den 90ern als 'Techno' oder 'Trance' bezeichnete. "Welcome To The Robots" möchte ohne Anspruch auf Vollständigkeit eine Reise in die Vergangenheit dazu anbieten, die sich soundlich oft erstaunlich aktuell anhört.


Die Grundidee von "Welcome To The Robots" und dieser CD ist eine zeitliche Klammer der Postpunk-Zeit zwischen etwa 1979 und 1986, die das generelle Lebensgefühl dieser Zeit in Sachen Musik, Mode und Subkultur umfasst. Im Speziellen soll es um den Individualismus dieser Epoche gehen. Also um die Zeit, bevor der DJ ein Popstar war und als Zielgruppen sich bewusst durch authentische Stile voneinander abgrenzten.


Musikalisch geht es konkret um elektronische, Club-orientierte Tanzmusik und den Pioniergeist der anfangs eher unkommerziell ausgerichteten Computermusik-Projekte der Stilrichtungen 'Electro', 'Italo', 'New Wave', 'New Romantic' und 'Synthie Pop' bis hin zu den Wurzeln des 'Chicago House'. Vor allem geht es nicht um die Hits dieser Epoche, die uns damals schon im Radio nervten und einen Disco-Besuch im Sommerurlaub in Rimini, Lloret de Mar oder St. Peter-Ording zur Qual machten. Die Zusammenstellung ist weniger eine wissenschaftliche Erhebung, sondern eher eine Zitatensammlung. Die musikalischen Beispiele sollen für sich sprechen. Weniger Belehrung, mehr Überraschung und Begeisterung. Die inhaltliche "Message" spielt dabei keine Rolle. Es geht nur um Musik als Ausdruck eines Lebensgefühls mit dem damaligen Bewusstsein, beim Beginn einer neuen "Sache" dabei zu sein. Nach 'Disco' und 'Punk' und vor 'EBM' ('Electronic Body Music'), 'Acid', 'Manchester-Rave', 'Berlin-Techno' und 'Trance'.


Es geht also nicht um elektronische Musik im Allgemeinen. Auch nicht um die besonders deutsche Vorarbeit in Sachen elektronischer Musik, die im anglo-amerikanischen Raum allgemein oft als 'Krautrock' bezeichnet wird. Ihr Einfluss auf die Synthesizer- und Computer-basierte Musik ist unbestritten und rührt wohl von der Tatsache des Mangels einer musikalischen Identität Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg her. Außer Schlagern und klassischer Musik war da nicht viel, und aufgrund der deutschen Entdeckertugend musste etwas Neues erfunden werden. Als Protagonisten sind hier sicher vor allem 'Karlheinz Stockhausen', die 'Zodiak'-Szene in Berlin (u.a. 'Conrad Schnitzler' und 'Klaus Schulze'), 'Can', 'Tangerine Dream', 'Amon Düül', 'Cluster' und 'Harmonia' ('Hans-Joachim Roedelius', 'Michael Rother') oder 'NEU!' zu nennen. Diese Szene beeinflusste mit ihrer zwar experimentellen aber natürlich noch nicht wirklich Tanz- und Club-orientierten Musik Projekte wie 'Kraftwerk', die wiederum z.B. 'Orchestral Maneuvers In The Dark' inspirierten, das zu tun, wofür sie bekannt wurden. 'Kraftwerk' und 'O.M.D.' waren belegbar die Motivation zur Gründung von 'Depeche Mode' und unzähligen weiteren nicht klassisch musizierenden Gruppen und Projekten. Eine vollständige Herleitung würde zu weit führen, daher bleibt sie hier unvollständig. Darüber hinaus gibt es bessere musikalische Dokumentationen zu diesem speziellen Thema. Außerdem hat dies auch relativ wenig mit sich selbst erklärender Musik zu tun. Wer aber meint, elektronische Musik sei eine deutsche Erfindung, oder die elektronische "Bewegung" begann in den 80ern oder gar 90ern, dem entgegne ich mit einem Zitat des Musikers John Cage: "Ich glaube, dass die musikalische Verwendung des Geräuschs andauern und zunehmen wird, bis wir zu einer Musik gelangen, die mit Hilfe elektrischer Instrumente erzeugt wird, die jeden wahrnehmbaren Klang für musikalische Zwecke verfügbar machen wird." Das stammt nicht etwa aus den 70ern – nein, es ist aus dem Jahr 1937!


Die Idee zur Umsetzung der "Welcome To The Robots"-Serie ist stark durch meine persönlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen jener Zeit als Teil einer "Bewegung" geprägt. Eine Zeit, in der die eigene Meinung und der eigene Geschmack noch nicht durch den Algorithmus von Facebook und Suchmaschinen bestimmt wurden. Das Ergebnis des Suchens nach Identität war in meinen Augen noch wesentlich leidenschaftlicher, emotionaler und vor allem authentischer – gerade in Bezug auf Musik.

Eine Zeit, in der die permanente Ablenkung von überflüssigen Informationen und die inflationäre Verfügbarkeit von allem nicht alles zum oberflächlichen Mainstream machte.

Der Entdeckergeist führte durch analoge Erfahrungen zwangsläufig noch zum eigenständigeren Geschmack und zur "eigenen" Musik, was auch glaubwürdig begründet wurde. Die Entstehung der persönlichen Geschmäcker kam aus der realen Welt und echten Erfahrungen. 

Heute scheint 'iTunes Genius' und 'Amazon' schon vor uns zu wissen, was wir in Zukunft hören werden wollen.


1983 grenzte man sich untereinander klar ab und definierte sein Lebensgefühl u.a. stark über Musik, Mode und Frisuren. Man fühlte sich den artverwandten Gruppierungen der 'New Waver', 'Popper', 'New Romantics' oder 'Blitz Kids' zugehörig und identifizierte sich bewusst mit rein elektronischer Musik. Diese wurde möglichst exklusiv durch das Medium Kassette auf dem Schulhof bezogen und war weitestgehend weder im Radio zu hören, noch bei 'Formel 1' oder dem damals noch rein amerikanischen 'MTV' in Form von Videos zu sehen. Durch das Attribut "for those who know" war man unterscheidbarer "in" oder "out" als heute. Das bedeutete aber eben auch, dass man für den Status "in" zu sein ein zeitaufwändiges Interesse und viel Leidenschaft aufbringen musste, um als authentisch zu gelten. Die Regeln konnte man sich eben noch nicht als Zip-Datei runterladen. Das galt vor allem für das Thema Musik. Ausschlaggebend waren also Multiplikatoren in Form von Menschen, die alles schon ein bisschen früher wussten und hatten als andere. Alles andere war 'Öko', 'Punk' oder zumindest langweilig normal, und es gab kaum Überschneidungen.


Mein heutiges Schaffen als Teil des 'Electro'-DJ-Duos 'The Disco Boys' leitet sich mehr oder weniger direkt aus dieser Vergangenheit ab. Ich bin auch bekennender Gegner der Meinung, das Jahrzehnt der 80er sei von musikalischen, modischen und kulturellen Peinlichkeiten und Fehltritten geprägt. Ganz im Gegenteil. Da ich seit der betreffenden Zeit nicht nur teilnehmender Beobachter, sondern bis heute erfolgreicher Akteur im Clubbereich bin, erlaube ich mir ein Urteil darüber, in wie weit sich zumindest die damalige Aufbruchstimmung in Sachen elektronischer Musik auf die heutige 'Dance-Music' ausgewirkt hat. 'Punk' war wahrscheinlich in kommerzieller Hinsicht die letzte musikalische Revolution, dessen Aussage war: "Alles vorher war scheiße!" Nachdem die Elektronik in der Musik eine erste kreative Welle lostrat, leben wir im Grunde in einer reinen Retro-Kultur. Im Dance-Bereich gibt es so gut wie nichts mehr, was es nicht schon gab. Alles ist Zitat oder Sample. Anfangs waren Synthesizer und Computer schwer erlernbare Hilfsmittel, die eigenen Ideen umzusetzen. Aber man musste zumindest kein echter Musiker mehr sein, und der Sound Klang nach Zukunft. Heute geben die Pre-Sets der einschlägigen Musiksoftware bereits so viel vor, dass man nicht nur heimlich glaubt, man bräuchte keine Song-Ideen mehr, das Einschalten des Radios beweist es. Ich will diese Entwicklung gar nicht bewerten, im Grunde lebe ich sogar teilweise davon. Aber "Welcome To The Robots" soll den Hörer entweder in eine andere, unter Umständen unbeschwertere und kreativere Zeit zurück versetzen oder die soundlich überraschende Verwandtschaft zur heutigen Clubmusik verdeutlichen. Auf jeden Fall sollte man als 'New Waver' der 80er oder als Clubgänger von heute Spaß am Hören haben, auch ohne sich erklären zu müssen, was mir dieser oder jener Track sagen will.


Die retrospektive "Welcome To The Robots"-Compilation-Serie ist in verschiedene Volumes unterteilt mit jeweils thematischen Schwerpunkten. Es geht also nicht um ein Potpourri eines zeitlichen Abschnitts mit allem, was damals zu hören war, sondern um das situative Hören von Musik zu der Zeit. Volume für Volume. Sei es bei einer Nacht im Club, dem Hören einer speziellen Radiosendung mit den neuesten Maxis oder die besten Remixe und B-Seiten der angesagten 'New Wave'-Bands.

Während die erste Ausgabe der CD-Serie sich hauptsächlich den ‘Electro-Pioneers’ widmete, also den reinen Club-Sounds dieser Zeit, steht die neue Volume 2 unter dem Motto ‘Synthie-Pop & New Romantic’. Im Unterschied zur ersten Doppel-CD geht es hier mehr um die typisch englischen Club-Sounds, wie sie schon früh im berühmten Blitz-Club in London entstanden.


Obwohl hier auch Namen wie Visage, New Order, ABC, Duran Duran, Heaven 17 oder Soft Cell vorkommen, geht es ausschließlich um Titel, die weniger im Radio oder Großraum-Discotheken, sondern hauptsächlich in den Underground-Clubs liefen. Es wird sehr großer Wert auf die unbekannteren, raren Club-Remixe als auf die normalen Album-Versionen gelegt.

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